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Rhythmus ohne Gitarre üben

Warum du Rhythmus besser ohne Gitarre übst als mit

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 Willst du auf deiner Gitarre rhythmisch besser werden?

Dann leg sofort die Gitarre weg.

Ja, richtig gelesen. Nicht stimmen, nicht üben, weglegen.

Und bevor du jetzt denkst: «Der Typ hat sie doch nicht mehr alle! Ich bin Gitarrist, kein Klatschpädagoge.»

Bleib kurz dran, denn wenn du ehrlich bist, kennst du mindestens einen dieser Sätze:

Mit Metronom klingt’s okay, aber ohne, na ja.

Im Bandkontext schwimmt’s manchmal.

Ich weiß eigentlich, wo die Eins ist. Meistens.

Kleiner Spoiler: Dein Rhythmusproblem liegt nicht in den Fingern. Es liegt zwischen den Ohren.

Und genau da kommt die Gitarre oft in die Quere.

Warum verstärkt die Gitarre dein Rhythmusproblem? Die Gitarre ist ein fantastisches Instrument, aber rhythmisch gesehen ist sie ein Ablenkungsmonster.

Denn während du spielst, passiert gleichzeitig Folgendes: Greifen, anschlagen, Saiten dämpfen, Sound kontrollieren und nebenbei sollst du auch noch grooven.

Das Gehirn ist damit komplett ausgelastet. Und was geht dann als Erstes flöten? Der innere Puls.

Deshalb erlebe ich ständig Gitarristen, die sagen: «Ich kann das, aber nur, wenn ich spiele.»

Das ist wie Auto fahren und sagen: «Ich kann geradeaus fahren, solange ich lenke.»

Wenn dein Rhythmus nur mit Gitarre funktioniert, dann ist er nicht internalisiert. Deshalb klopfen Schlagzeuger überall. Bassisten nicken wie ein Wackeldackel. Sänger phrasieren, bevor sie singen.

Was machen wir Gitarristen? Wir sitzen oft da wie beim Steuerberater. Sorry, aber das ist kein Groove-Setup.

Darum erkläre ich dir jetzt drei Übungen, womit du deinen Rhythmus ohne Gitarre üben und verbessern kannst.

Übung 1: Puls ohne Gitarre.

Stell ein Metronom auf 60 BPM. Klatsche und zähle zuerst mal nicht mit. Hör nur zu.

Nach 30 Sekunden schaltest du das Metronom aus. Aber der Puls, der sollte bei dir innerlich weiterlaufen.

Nach weiteren 30 Sekunden stellst du das Metronom wieder an. Jetzt merkst du, ob du immer noch richtig im Puls bist oder ob du völlig daneben liegst.

So testest du dein inneres Metronom. Und wenn du daneben liegst, dann herzlichen Glückwunsch. Du hast gerade dein echtes Rhythmus-Level kennengelernt.

Damit du gleich loslegen kannst damit, habe ich dir hier ein Metronom auf 60 BPM eingestellt. Probier’s einfach mal aus.


Übung 2 : Klatsch-Groove statt Gitarren-Groove

Jetzt stellst du das Metronom auf 70 BPM und du klatscht mit. Aber nur auf die Zwei und die Vier.

Deine Füße bleiben möglichst still und versuche auch nicht laut mitzuzählen. Nur klatschen.

Wenn das wackelt, dann wackelt dein Groove und nicht deine Technik.

Du kannst das wieder direkt ausprobieren.


Hier scheitern bereits viele gute Gitarristen, weil sie es gewohnt sind, Rhythmus in Tabs oder Noten zu sehen statt ihn zu fühlen.

Aber Groove ist keine Excel Tabelle. Er liegt näher am Tanzen als am Rechnen.

Übung 3: Sprechen statt spielen

Jetzt stellst du dein Metronom auf 80 BPM und du sprichst laut:

Ta, ka, ta, ka.

Dabei betonst du die Eins und die Drei. Ta, ka, ta, ka.

Wenn du das nicht zum Metronom sauber sprechen kannst, dann wirst du es auch niemals sauber auf der Gitarre spielen können.

Hier gleich wieder für dich zum sofort ausprobieren.



Das waren jetzt drei wirklich grundlegende Übungen, die du ohne Gitarre machen kannst, um dein Rhythmusgefühl zu verbessern.

Nachdem du diese Übungen gemacht hast, nimm deine Gitarre zur Hand, wähle nur einen Akkord und nur einen Rhythmus, kein Lick, kein Solo und spiel ihn.

Denn wenn es ohne Gitarre groovt, groovt es mit Gitarre automatisch besser. Und wenn es ohne Gitarre noch nicht groovt, dann war die Gitarre nie die Lösung, sondern nur das Versteck.

Ich weiß, das fühlt sich erst mal so komplett falsch an. Du übst doch Gitarre, um Gitarre zu spielen. Aber die gute Nachricht ist: fünf Minuten Rhythmus ohne Gitarre üben bringen dir mehr als dreißig Minuten planloses Rumdudeln.

Du verlierst nichts, im Gegenteil, du gewinnst Kontrolle dabei und plötzlich fühlt sich das Gitarrespielen leicht an. Nicht weil du technisch besser geworden bist, sondern weil dein Körper endlich weiß, wo das Timing ist.

Wenn dir dieser Artikel wehgetan hat, dann bin ich froh! Dann hat er seinen Job gemacht.

Auf was wartest du noch? Probiers direkt aus und schreib mir in den Kommentaren deine Gedanken dazu.

Und wenn du noch mehr Hilfe brauchst, um deinen Rhythmus auf der Gitarre endlich so zu entwickeln, dass es geil klingt, dann könnte der Gitarrenjunkie Rhythmus und Groove Workshop etwas für dich sein.

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