Erwachsene haben ständig den Drang, die Dinge komplexer und komplizierter zu gestalten, als sie es in Wirklichkeit sind.
Darum gibt es heute eine Übung die Die so simpel ist, wie Zähneputzen.
Wir üben das Verbinden von Akkorden und Melodien. Genauer gesagt, das Spielen von Melodien und kleinen Licks zwischen den Akkorden. Du brauchst dazu nur deine Gitarre, zwei Akkorde und viel Lust zu erforschen und zu entdecken.
Legen wir los.
Man nehme ein Cis-Moll-Barré-Akkord und ein B-Dur-Barré-Akkord. Für unser Beispiel nehme ich den Cis-Moll im 9. Bund und den B-Dur im 7. Bund.
Der alles verändernde Grundsatz
Er hat das Potenzial hat, wie du das Gitarre spielen und lernen angehst, grundlegend zu verändern:
Wo ein Akkord ist, ist unweit auch eine Tonleiter.
Wenn du dir nur einen Satz in deinem Gitarrenleben merken müsstest, dann ist es dieser.
Wo ein Akkord ist, ist auch eine Tonleiter. Und wo eine Tonleiter ist, ist auch ein Akkord.
Aber wir denken in dieser Übung nicht in Tonleitern. Ich ermutige dich, die Töne die zum jeweiligen Akkord passen selbst zu erforschen.
Du spielst immer den jeweiligen Basston des Akkords auf der tiefen E-Seite und danach den Akkord.
Nachdem du den Akkord gespielt hast, kannst du beginnen, die Töne die Noten die in der Umgebung sind, zu erforschen. Die können innerhalb des Akkordgriffes sein und aber auch einfach in der Nähe. Beginne ganz langsam, beginne mit einzelnen Noten wenigen Noten und höre einfach zu, wie diese Noten klingen, nachdem du den Akkord gespielt hast.
Ganz wichtig: befreie dich von der Angst, schiefe Töne zu treffen. Dasselbe machst du mit dem B-Dur-Barré-Akkord. Ich spiele dir mal ein ganz banales Beispiel vor. Und zwar zuerst langsam. Denn Bilder, oder in unserem Fall, Audios sagen viel mehr als Worte.
Und das ist auch schon die ganze Übung. Du hast die volle kreative Freiheit.
Du bestimmst den Rhythmus. Du bestimmst wie du die Akkorde greifst und spielst.
Ich benutze gerne den Daumen um den Basston zu spielen, damit ich schneller und freier beim Melodiespiel bin und spiele meistens nur den Dreiklang des Akkordes, also nicht den ganzen Barré.
Du bestimmst die Geschwindigkeit. Du bestimmst die Phrasierung der Melodien dazwischen.
Du hörst jetzt noch ein ein bisschen schnelleres Beispiel von mir, damit du einen Anhaltspunkt hast.
Ich finde, diese Übung macht süchtig. Wenn du mal deine Lieblingstöne und Melodielinien gefunden hast, bringen dich wahrscheinlich keine 30 Pferde mehr weg von deiner Gitarre.
Übrigens, die Tonleitern die ich in den Beispielen benutzt habe, sind die Moll-Pentatonik beim Cis-Moll und die Dur-Pentatonik beziehungsweise noch einen zusätzlichen Ton aus der Durtonleiter beim B-Dur.
Du kannst natürlich jede beliebige Akkordfolge dafür nutzen. Das ist eine simple Art, wie du dieses Thema ohne Kenntnisse von Tonleitern und sonstiger Theorie angehen kannst.
Probier’s wie immer aus und schreibe mir gerne, wie es dir dabei ergangen ist.
